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Mit dem Kanu von Wupperhof nach Opladen

Am 14. August gönnte ich mir eine exclusiv-geführte Kanu-Tour auf der Wupper. Exclusiv bedeutet, daß nur der Betreiber von Wupper Kanutouren und ich in einem Kanu oder auch Canadier auf der Wupper zwischen Solingen-Wupperhof und Leverkusen-Opladen unterwegs waren. Schon seit dem vergangenen Jahr hatte ich ein solches Vorhaben ins Auge gefasst. Aber erst mußten seitens des Veranstalters gewisse Voraussetzungen gegeben sein. Mal war es im vergangenen Spätsommer ein zu niedriger Wasserstand, dann nach ergiebigen Regenfällen war der Wasserstand zu hoch. Auch noch in der vergangenen Woche wäre es nicht möglich gewesen, dieses 16 Kilometer lange zu befahren, weil der Wasserstand zu niedrig war. Aber dann machte das wechselhafte Wetter mit ein paar Regentagen die Tour doch möglich. Noch drei Tage zuvor war das noch ungewiß.

Strenge Umwelt-Schutzmaßnahmen reglementieren die Nutzung der Wupper. Das betrifft natürlich auch das Befahren mit Wasserfahrzeugen, wie Kanus oder Paddelbooten u.s.w. Das war nicht immer so! Noch vor fünfzig Jahren wurde die Wupper zum Abtransport der industriellen und auch teilweise privaten Abwässer mißbraucht. Und das ging früher nicht nur der Wupper so, nur bei unserem bergischen Heimat-Fluß war es schon sehr extrem. Ich selbst erinnere mich noch allzugut, daß die Wupper oft täglich ihre Farbe und ihren Gestank wechselte, je nachdem, was besonders von der chemischen Industrie in Wuppertal gerade auf dem Menü-Plan stand. Biologisch war die Wupper unterhalb von Wuppertal tot. Etwa zur Mitte der Fünfziger Jahre hatte der Bürgermeister des noch selbständigen Städtchens Burg (an der Wupper, seit 1975 Stadtteil von Solingen) meinem Vater eine Wette angeboten, im Jahr 2000 würden wieder Fische in der Wupper schwimmen. Solch eine Wette schien einfach zu absurd, um auf diese Wette einzugehen.

Einen sehr direkten Kontakt mit dem Wupperwasser hatte ich im Sommer 1963, als ich als 16jähriger bei dem letzten Kanu-Slalom auf der Wupper Rettungswache für die DLRG machte. Dabei rutsche ich von dem dicken und glitschigen Felsbrocken ab, von dem ich das Rennen beobachtete. Plötzlich stand ich bis in Brusthöhe in der Brühe. Am nächsten Tag hatte ich bis in Brusthöhe Hautausschlag. So war es also auch kein Wunder, daß danach auf diesem Gewässer kein Kanu-Slalom mehr stattfinden sollte.

Viele Menschen im Bergischen Land hatten die Wupper abgeschrieben und wer sie als Besucher "genossen" hatte, hat diese Eindrücke nie mehr vergessen. Wenn früher im Sommer bei niedrigem Wasserstand die Wupper besonders stark stank, war es den Schülerinnen und Schülern des nahen Leichlinger Gymnasiums nicht zuzumuten, in den warmen Klassenräumen die Fenster zu öffnen. Dann mußte die Schulleitung die Schülerinnen und Schüler nach Hause schicken. So erlebte ich die Wupper noch zu meiner Jugendzeit.

Das Wort "Umwelt" war für Viele noch ein Fremdwort. Eine mechanische Kläranlage für Elberfeld-Barmen bestand zwar schon unterhalb von Sonnborn an der Wupper, aber sie konnte den Anforderungen der anwachsenden Industrie und den gesetzlichen Anforderungen nicht mehr genügen, und so wurde diese Kläranlage in den folgenden Jahrzehnten immer weiter ausgebaut, was natürlich auch riesige finanzielle Mittel erforderte. Auch mußte die Industrie in Wuppertal schon in ihren eigenen Betrieben zunehmende Anstrengungen und Auflagen erfüllen. Das Klärwerk Wuppertal-Buchenhofen arbeitet seit 1974 als vollbiologisches Groß-Klärwerk.
Im Verlauf der Jahrzehnte schwächte sich der sattsam bekannte Gestank der Wupper ab und auch das Wasser klärte sich. Man konnte wieder den Boden der Wupper erkennen. Wanderer konnten erfreut von kleinen Fischen berichten, die sie an seichten Stellen und Mündungen von Bächen entdeckten. Es gab doch wieder Hoffnung für die Wupper. Mein Vater hätte die Wetter mit dem Bürgermeister von Burg (Solingen-Burg seit 1975) verloren, denn im Jahr 2000 gab es schon wieder Fische in der Wupper. In der Zuchtstation eines (Wuppertal-)Beyenburger Anglervereins wurden junge Fische eingesetzt. Mit viel Engagement und Beharrlichkeit zeigten sich die Erfolge, was auch gelegentlich Fischzählungen bewiesen. Sogar junge Lachs-Brut wurde eingesetzt. Früher gab es viele Lachse in der Wupper. Heute kommen die geschlechtsreifen Lachse sogar von der Nordsee zu ihren Laichgründen in der Wupper zurück. Deshalb sind auch die strengen Auflagen an die Nutzer der Wupper notwenig, um die Lauchgründe zwischen den Steinen für die Fische und andere Wasserbewohner nicht zu gefährden. Leider zeigen sich noch zu viele Menschen uneinsichtig und meinen, die Wupper hätte in erster Linie deren Interessen zu dienen.

Der aufmerksame Beocbachter und Naturfreund sieht heute oft in der Nähe des Wupperufers Kormorane. Der Angler sieht diese Vögel zwar garnicht gerne, aber sie sind doch ein deutlicher Hinweis, daß die Wupper diesen Fisch-Fressern wieder Nahrung gibt. Graureiher, von vielen auch als "Fischreiher" bezeichnet, leben nicht nur von Fischen, auch Amphibien oder Schnecken sind vor den Graureohern nicht sicher. Auch die Graureiher sieht man heute häufig in der Umgebung der Wupper und nicht nur dort! Ein besonderes Glück erlebte ich vor wenigen Jahren, als ich als Fußgänger von der Brücke in Wupperhof das Wupperufer betrachtete und dabei eine Eisvogel beocbachten konnte. Eisvögel an der Wupper - diese selbst dort gesehen zu haben, das war für mich eine Sensation!

Der Solinger Thomas Becker, der als Olympia-Dritter und Weltmeister in der Wildwasser-Disziplin, mit seinem Unternehmen "Wupper-Kanutouren" geführte Touren auf der Wupper anbietet, war für mich also erste Adresse, mit seinem Unternehmen - und vielleicht auch mit ihm - eine geführte Kanu-Tour auf der Wupper zu buchen. Ohne Führung bin ich selbst schon mit einem Kanadier auf der Lahn und der Spree gefahren. Nur würde ich bei dieser geführten Tour vorne sitzen und damit die Führungsrolle abtreten müssen.

Dort in Wupperhof, wo ich den Eisvogel beobachtet hatte, wurde von Thomas Becker auch das Kanu zu Wasser gelassen. Erstaunt war ich, daß er zuversichtlich versprach, daß wir bestimmt mehrere Eisvögel sehen würden. Ich hatte mich vorsoglich mit Fahrrad-Handschuhen ausgerüstet, damit nicht Schwielen an den Händen mein Vergnügen an dieser Tour beeinträchtigen würden. Aber schon sehr bald gewann ich den Eindruck, daß meine Unterstützung beim Paddeln kaum erforderlich sein würde. Die Wupper trieb das dunkelgrüne Kanu schon der Mündung bei Leverkusen-Rheindorf entgegen. Für den "Steuermann" Thomas Becker galt es die geeigneten Stellen im Flussbett anzusteuern, damit das Boot nicht auf seichten Stellen aufsetzte und an kleinen Stromschnellen eine sichere Durchfahrt gefunden werden konnte. So setzte ich mein Paddel nur gelegentlich ein und genoß dabei die meist ruhige Fahrt flußabwärts. Thomas Becker und ich trugen unsere Kenntnise der Natur im Allgemeinen und speziell der Wupper zusammen. Eine Unterhaltung war mühelos möglich. Aus der Perspektive nur wenig oberhalb der Wasseroberfläche erlebte ich die Wupper auf ganz ungewohnte Weise. Hin und wieder verließ ein Eisvogel seinen Zweig über seinen Jagdgründen bevor wir ihm zu nahe kamen. Immerwieder erhoben sich Grauhreiher vom Wupperufer, indem sie lautlos mit ihren großen Flügeln einen neuen Standplatz suchten. Hier aus dieser Perspektive sahen wir oft Wasseramseln, eine blieb auch unverdrossen sitzen und ließ uns passieren. Für einen kurzen Moment sah ich auch vor dem steinigen Ufer einen Nutria seinen Kopf ein Stück aus dem Wasser stecken.

Hinter dem sommerlich dicht bewachsenen Uferbewuchs aus verschiedenen fast mannshohen weiß-blühenden Pflanzen oder dem sich stark verbreitenden indischen Springkraut und den leuchtenden gelben Sonnenhut-Stauden ahnte man oft nur die angrenzen Gärten oder Wiesen, auf denen nachmal kleine Schafherden standen. Viele alte Obstbäume waren hier unten nahe der Wupper zu sehen. Aber auch so manches fremdwirkende Gewächs, dessen sich Anrainer am Wupperufer entledigt hatten und was dort wieder fußgefasst hatte. Mir schwante, daß das Wupperufer vor dem Frühjahr vermutlich oft einen wenig charmantes Bild abgeben würde, wenn der hinterlassene oder vom hohen Wasserstand angespülte Unrat das Flußufer säumen würde und noch nicht vom dichten Bewuchs getarnt wird.

Eine erste kurze Rast machten wir am Wehr am Wipperkotten. Dort gibt es für Kanuten die Möglichkeit, am Südufer das Wehr zu umfahren oder auch kurz anzulegen. Da wir aber alleine unterwegs waren, gab es an dieser Anlegestelle auch kein Gedränge. Auch könnten die Kanu-Fahrer dort eine Picnic-Pause machen. Es ist aber ganz wichtig, daß das Wupperwehr nicht mit dem Booot befahren wird, denn dieses alte Bauwerk ist in die Jahre gekommen. Gerne werden diese Schäden den Kanuten "in die Schuhe geschoben" aber die Schäden werden wohl hauptsächlich durch Treibholz und in den Fluss gestürzte Bäume verursacht.

Wupperwehr am Wipperkotten am 1. Dezember 2007

Archiv-Fotos vom 1.12. 2007


Unterhalb von Wipperaue und Haasenmühle kamen wir zu einem Fluss-Bereich, den ich so nicht kannte, weil auch kein Weg am Flußufer entlang führt. Hier wurde der Flußlauf ruhiger. Hin und wieder wurden wir von den Brücken und dem Ufer beobachtet, und es wurden freundliche Grüße ausgetauscht. Im Stadtgebiet von Leichlingen rückte die Bebauung nahe an die Wupper heran. An der "Postwiese" in Leichlingen machten wir eine zweite Pause. Meine alten Knochen hatten ihre Mühe aus dieser breitbeinigen Haltung im Boot herauszufinden. Meine beiden Knie hielt ich während der Fahrt nahe der beiden Bootswände, die Füße ruhten nahe beieinander in dem sich nach vorne verjüngenden Boot. Nur gut, daß die Sitzfläche nicht aus einem Holzbrett bestand, sondern aus Gurten, die über einer Öffnung in der Bank verspannt waren und so ein bequemeres Sitzen ermöglichten.

Auf der nun ziemlich ruhig fließenden Wupper ging es nun weiter in Richtung Opladen. Aus Betonrohren flossen verschieden Bäche in die Wupper hinein. Es war ein Genuß sich so die Wupper abwärts treiben zu lassen. Ich glaube, daß mein "Steuermann" das auch so empfunden hat. Auch in diesem Wupperabschnitt "betrat" ich Neuland. Bei Bergisch- Neukirchen stieg das südliche Wupper steil empor. Auf Opladener Gebiet mußten wir doch unsere Nase rümpfen. Thomas Becker kannte die Ursache und zeigte auf ein dickes Betonrohr, das in etwa zwei Meter Höhe aus der Böschung des nördlichen Ufers herausragte. Um dieses genauer ins Auge zufassen und auch zu fotografiere machten wir die einzige Wende dieser Tour. Hier konnte ich mal einen aktiven Beirag mit meinem Paddel leisten. Thomas Becker stellte sich aufrecht in das Boot und machte sein Foto. Diese Rohr war mit einem Gitter abgesperrt. Viel alter Unrat hing an den Gitterstreben und noch mehr Unrat lag auf dem Boden der Böschung, wo mal das ausfließende Wasser austrat. Augenscheinlich was dieser Dreck aber trocken. Nur wenige Meter entfernt kam scheinbar ein Bach aus der Böschung, der vermutlich die Hauptursache für diesen Gestank war. Es schien so, als wäre der frühere Verlauf des Abwassers dort umgeleitet worden.

An verschiedenen Stellen, sowohl in Leichlingen wie auch hier kurz vor Opladen, fuhren wir unter Brücken hindurch, deren Haltbarkeitsdatum bald überschritten sein dürfte. Auf einer stählernen Eisenbahnbrücke wartete ein langer Güterzug auf sein Durchfahrtsignal vor dem Opladener Bahnhof. Wir näherten uns dem Ziel hier in Opladen, wo nach einer zweieinhalbstündigen und sehr eindrucksvollen Fahrt die Ehefrau von Thomas Becker mit dem Auto auf uns wartete. Für mich war es ein großes Glück und ein ebenso großes Vergnügen die Wupper so nach dieser Vorgeschichte auf diesem 16 Kilometer langen Teilstück zu erleben. Ich hatte darauf verzichtet, mit meinem Smartphone meine Eindrücke während der Fahrt festzuhalten. Nur ein Foto hatte ich bei Bergisch-Neukirchen gemacht.


zwischen Leichlingen und Opladen

Für Naturfreunde kann ich diese Excursion nur wärmstens empfehlen.

Für mich war auch diese Kanu-Fahrt ein Abenteuer, für das aber weder eine besondere Ausrüstung noch eine körperliche Fitness erforderlich war. Nur sollte man nicht schwerer als 110 Kg sein. Daß diese Reanimation unseres bergischen Heimatflusses möglich wurde, wird von vielen Menschen dieser Region als ein Wunder betrachtet!
Über die Angebotspalette von Wupper-Kanutouren können sie sich hier eingehend informieren.

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Letzte Aktualisierung am 19.08.2017